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Dienstag, 27. Juli 2010

Die dunkelste Stunde, und der Beginn der Morgendämmerung

Laut einem bekannten Sprichwort ist die dunkelste Stunde kurz vor der Morgendämmerung. Obwohl astronomisch der dunkelste Punkt viel früher ist, liegt die Wahrheit dieses Sprichworts im metaphorischen Sinn – ist aber keineswegs weniger wahr.

So oft erleben wir, dass den dunkelsten Zeiten unseres Lebens, die wertvollsten folgen. Meist in dem Moment, wenn alles zerrüttet erscheint, hebt uns etwas Unvermutetes auf und trägt uns da durch.

Hat der Prophet Ayyub (Friede auf ihn) nicht alles verloren, eins nach dem anderen, bevor ihm alles wieder zurückgegeben wurde und mehr?

Ja, für den Propheten Ayyub war die Nacht real. Und für viele von uns scheint sie ewig zu dauern. Aber Allah erlaubt keine endlose Nacht. In Seiner Gnade gibt Er uns die Sonne. Trotzdem gibt es Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, dass unser Elend nicht enden wird. Vielleicht sind einige von uns in solch ein spirituelles Tief in unserer Religion gefallen, dass wir uns von unserem Schöpfer abgekoppelt fühlen. Und vielleicht ist es für einige von uns bereits so dunkel, dass wir es nicht mal merken.

ramadan 
Aber wie die Sonne, die am Ende der Nacht aufgeht, ist unsere Morgendämmerung gekommen. In Seiner unendlichen Gnade hat Allah das Licht des Ramadan gesandt, um die Nacht auszulöschen. Er hat den Monat des Qur’an gesandt, so dass Er uns erhöhen und uns von unserer Isolation zu Seiner Nähe führen kann. Er hat uns diesen gesegneten Monat gegeben, um unsere Leere zu füllen, unsere Einsamkeit zu heilen und unsere Seelenarmut zu beenden. Er hat uns die Morgendämmerung gesandt, auf dass wir Licht aus der Finsternis finden können.
Allah sagt: ER ist Derjenige, Der euch Gnade erweist und Seine Engel erbitten sie für euch, auf dass Er euch aus den Finsternissen zum Licht führe. Und Er ist Barmherzig gegen die Gläubigen. [33:43]
Und diese Gnade umfasst alle, die danach suchen.
Allah sagt: „O meine Diener, die ihr euch gegen eure eigenen Seelen vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; denn Allah vergibt alle Sünden; Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige. [39:53]
Allah ist der Besitzer der Gnade, und es gibt keine andere Zeit, in der wir mehr mit dieser Barmherzigkeit überschüttet werden, als im Monat Ramadan. Der Gesandte Allahs (Friede und Segen auf ihn) sagte: Und das ist ein Monat dessen Anfang Barmherzigkeit, und dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Errettung vor der Hölle ist.“ [Ibn Khuzaymah]
 

Jeder Moment im Ramadan ist eine Chance zu Allah zurückzukehren. Was auch immer wir jetzt in unserem Leben durchmachen, ist häufig ein unmittelbares Resultat unserer eigenen Taten. Fühlen wir uns gedemütigt und erniedrigt, sind es unsere eigenen Sünden die uns so tief fallen ließen. Wenn wir ständig unfähig sind zu Fajr aufzustehen, oder wenn es uns immer schwerer fällt von Verbotenem fernzubleiben, müssen wir unsere Beziehung zu Allah überprüfen. Vor allem sollten wir uns nicht täuschen lassen. Wir sollten nie glauben, dass irgendetwas auf dieser Welt gelingt, scheitert, gegeben oder genommen wird, getan oder rückgängig gemacht wird, ohne Allah. Es ist nur durch unsere Verbindung zu unserem Schöpfer, dass wir im Leben, in unserer Beziehung mit unserer Welt und der gesamten Menschheit erhöht oder erniedrigt werden.

Aber im Gegensatz zur Menschheit, hegt unser Schöpfer keinen Groll. Stell dir vor du hast eine reine Weste. Stell dir vor, dass alles was du jemals bereut hast getan zu haben, gänzlich gelöscht wird. Ramadan ist die Chance dafür. Der Gesandte Allahs, Segen und Friede auf ihn, sagte: „Wer immer im Monat Ramadan aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn fastet, dem werden alle seine vergangenen Sünden vergeben.“ (Bukhari)

Wo uns also diese einmalige Gelegenheit gegeben wird, wie können wir sie am besten ausnutzen? Zwei häufig übersehene Punkte, die man beachten sollte:

Wisse, warum du fastest
Für viele Menschen ist das Fasten nur ein Ritual, sie verstehen dessen Bedeutung nicht wirklich. Andere reduzieren es auf eine einfache Übung in Empathie mit den Armen. Obwohl dies eine schöne Folgeerscheinung des Fastens ist, ist es nicht der von Allah definierte Hauptzweck. Allah sagt: „Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.“ [2:183]

Indem wir unsere physischen Bedürfnisse kontrollieren und zurückhalten, gewinnen wir Kraft für den größeren Kampf: der Kontrolle und Zurückhaltung unserer Begierden. Wenn wir fasten, erinnert uns jedes Hungergefühl an Gott – an denjenigen, für den wir dieses Opfer erbringen. Indem wir ständig Allahs gedenken und seinetwegen verzichten, werden wir Seiner Gegenwart viel stärker bewusst, und so steigern wir unsere Taqwa. Das, was uns daran hindert heimlich zu essen, wenn niemand zusieht, trainiert uns, andere Sünden zu vermeiden, während kein anderer zusieht. Das ist Taqwa.

Mach das Fasten nicht nur zu Hunger und Durst
Der Gesandte Allahs (Friede und Segen auf ihn) sagte: “Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Bukhari)
 
Der Prophet (Friede und Segen auf ihn) warnt uns auch: „Die meisten Fastenden haben von ihrem Fasten nichts, außer Hunger und Durst, und die meisten Leute haben von ihrem Gebet in der Nacht nichts, außer Schlaflosigkeit.“ (Darimi)

Versuche während du fastest den Zusammenhang zu verstehen. Erinnere dich, dass es beim Fasten nicht nur um das Fernbleiben von Essen geht. Es geht darum sich zu bemühen ein besserer Mensch zu werden. Und durch diese Bemühung wird uns eine Chance gegeben, aus der Finsternis unserer Isolation von Gott, zu entkommen. Aber wie die Sonne, die am Ende des Tages untergeht, wird auch der Ramadan kommen und gehen, und nur seine Zeichen am Himmel unseres Herzens zurücklassen.
[Übersetzt aus dem Englischen; Autorin: Yasmin Mogahed; Quelle: IFN]

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