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Samstag, 31. Juli 2010

Weisheit der Verhüllung der Frauen


»Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Oh Prophet, sage zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie sich mit ihrem Überwurf verhüllen sollen .« (Sure 33, 59)
In dieser Ayah wird die Verhüllung befohlen. Die heutige Zivilisation setzt sich in ihrer Unmoral über diese Bestimmung des Qur´an hinweg. Sie sieht die Verhüllung der Frauen als nicht natürlich an, sondern bezeichnet sie als eine Gefangenschaft.*

Antwort: Es gibt sehr viele Weisheiten, die darauf hinweisen, dass diese Bestimmung des Weisen Qur´an genau dem Wesen der Frau entspricht und dessen Gegenteil unnatürlich ist. Wir wollen hier nur vier von diesen vielen Weisheiten erklären.

Erste Weisheit: Die Verhüllung ist für die Frau natürlich und ein Erfordernis ihres Geistes. Denn, weil die Frauen von Natur aus schwach und zart sind, brauchen sie Schutz und Hilfe durch einen Mann, der sie und ihre Kinder, die sie mehr als ihr Leben lieben, zu schätzen vermag. Deshalb haben sie ein seelisches Bedürfnis danach, geliebt und nicht verabscheut oder zurückgewiesen zu werden. Überdies sind sechs oder sieben von zehn Frauen schon alt oder von geringerer Schönheit, und so wollen sie nicht vor allen Leuten ihr Alter und ihren Mangel an Schönheit zeigen. Oder sie sind eifersüchtig und wollen nicht hässlicher sein als andere Frauen. Auch fürchten sie sich davor, vergewaltigt zu werden, vor Anschuldigungen und Verdächtigungen. Um nicht einem Angriff ausgesetzt zu sein und weil sie nicht so von ihren Männern betrachtet werden wollen, als seien sie der Untreue verdächtig, verlangen sie ihrem Wesen gemäß nach der Verhüllung. Andererseits sind es, wenn man es recht bedenkt, auch gerade die alten Frauen, die sich verhüllen. Unter zehn Frauen finden sich vielleicht zwei oder drei, die sowohl jung als auch schön sind und die sich nicht schämen, sich unverhüllt zu zeigen. Wir wissen ja, dass ein Mensch, der einen anderen nicht liebt und ihn lästig findet, sich schon von dessen Blick unangenehm berührt und betroffen fühlt. So ist eine schöne Frau, die sich offen und freizügig kleidet, sicherlich nur über die Blicke von zwei oder drei unter zehn fremden Männer erfreut, während die Blicke von sieben oder acht sie belästigen. Überdies ist eine schöne Frau, insoweit sie nicht schamlos und verkommen ist, von feiner Wesensart und leicht verletzlich. Praxis und Erfahrung bestätigen, dass sie sich ganz bestimmt allein durch bodenlos schamlose Blicke schon bedroht fühlt. Ja wir hören sogar, dass in Europa, also Ländern, wo doch recht viele solcher ziemlich freizügig gekleideter Frauen leben, auch diese sich durch aufdringliche Blicke bedroht fühlen. »Diese Schufte nageln uns mit ihren Blicken fest.«, beschwerten sie sich der Polizei gegenüber. D.h. also, dass die Aufhebung der Verhüllung durch die heutige Zivilisation unnatürlich und wesensfremd ist. Dagegen aber ist die Qur´anische Anweisung zur Verschleierung natur und wesensgemäß, Solche Frauen sind einer Goldgrube an Zuneigung gleich und eine kostbare Gefährtin auf ewig. Durch die Verhüllung werden sie vor Sündenfall und Schande, innerlicher Gefangenschaft und äußerlichem Elend bewahrt.

Auch haben die Frauen von ihrer Gesittung her Furcht vor fremden Männern und sind ihnen gegenüber misstrauisch. Was aber die Furcht betrifft, so macht sie die Verhüllung geradezu wesensmäßig notwendig. Denn acht, neun Minuten Genuss bedeuten in Wahrheit tiefe Bitterkeit (für sie), nämlich acht, neun Monate unter schweren Mühen ein Kind zu tragen und weiter, ohne einen Beschützer ein Kind acht, neun Jahre aufzuziehen. So besteht die Möglichkeit, dass acht oder zehn Minuten (von Gott) verbotenen Genusses zur Mühsal werden. Und weil es auch meistens so geschieht, darum hat sie auch wirklich große Angst vor den fremden Männern und möchte sich ihre (eigene) Natur (und Moral) bewahren. Doch durch die Verhüllung ist für die fremden Männer eine Verlockung nicht gegeben und für Ausschreitungen kein Platz. Sie wird durch eine wesensgemäße Schwäche anbefohlen, ja sogar gefordert. So erweist sie sich als ein Schutzwall und eine Festung. Denn nach dem, was man mir erzählte, soll da doch tatsächlich ein ganz einfacher Schuhputzer am helllichten Tage und vor den Augen der Leute mitten in einer Stadt, ja sogar der Hauptstadt des Landes, die Frau eines weltbekannten großen Mannes, ihrer unverhüllten Beine zufolge, belästigt haben. Das versetzt doch denen, die gegen die Verhüllung sind, einen Schlag ins schamlose Antlitz!

Zweite Weisheit: Diese so grundsätzliche und derart intensive Beziehung, diese Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau erwächst nicht nur aus einem Bedürfnis dieses irdischen Lebens. In der Tat ist eine Frau nicht nur Lebensgefährtin ihres Mannes, als seine Gattin ihm zugehörig für dieses irdische Leben. Sie ist vielmehr auch seine Lebensgefährtin im ewigen Leben. Da sie aber nun einmal auch im ewigen Leben als seine Gattin die Gefährtin ihres Mannes ist, ist es selbstverständlich notwendig, dass sie außer den Blicken ihres Mannes, welcher für ewig ihr Freund und Partner ist, nicht noch die Blicke eines anderen auf ihre Schönheit lenkt und ihn dadurch verärgert und eifersüchtig macht. Wenn ihr Gatte noch dazu ein Gläubiger ist, bleibt im Geheimnis des Glaubens seine Verbindung mit ihr nicht nur auf dieses irdische Leben beschränkt, ist nicht nur ein Trieb und eine Zuneigung, bestimmt für die Tage der Schönheit, sie ist vielmehr eine Verbindung für das Ewige Leben vom Standpunkt einer wesensgemäßen Lebensgemeinschaft in tiefer Liebe und Verehrung. Außerdem bringt er ihr diese tiefe Liebe und Verehrung nicht nur während der Dauer ihrer Jugend und Schönheit, sondern auch in der Zeit ihres Alters entgegen, wenn sie schon verblüht ist. Sicherlich ist es ein Erfordernis der Menschlichkeit, dass auch sie ihre eigene Schönheit dementsprechend nur für seine Blicke bestimmt und ihre Liebe und Zuneigung auf ihn beschränkt. Anderenfalls kann sie sehr wenig gewinnen, jedoch sehr viel verlieren.

Nach islamischem Recht soll ein Mann seiner Frau gleichwertig sein. Mit anderen Worten, sie müssen auf einander abgestimmt sein. Diese wechselseitige Gleichwertigkeit und Ausgewogenheit findet ihren entscheidenden Angelpunkt in der Religion.
Selig der Mann, der auf den Glauben seiner Frau Acht gibt und ihr in ihrer Frömmigkeit nacheifert! Er wird, um seine Gattin im ewigen Leben nicht zu verlieren, fromm werden. Selig die Frau, die auf den Glauben ihres Mannes Acht gibt, »Ich will meinen Ewigen Gefährten nicht verlieren.« sagt und aufrichtig (fromm) wird. Wehe über jenen Mann, der einen liederlichen Lebenswandel führt, wodurch er seine aufrecht gläubige Ehefrau für ewig verliert. Wie unglücklich ist doch jene Frau, die ihrem frommen Mann nicht nacheifert und so jenen lieben (und gesegneten) Ewigen Gefährten verliert. Tausendmal wehe über jene beiden unglückseligen, Mann und Frau, die in Sünde und Ausschweifung einander nacheifern, Sie helfen sich gegenseitig, einander ins Feuer zu werfen.

Dritte Weisheit: Das Glück im Leben einer Familie kann nur in wechselseitigem Vertrauen zwischen Mann und Frau, in aufrichtigen Respekt vor und inniger Liebe zu einander fortdauern. Die Aufhebung der Verhüllung und eine nicht ausreichende Bekleidung zerstört dieses Vertrauensverhältnis, der gegenseitige Respekt geht verloren und die Liebe zu einander zerbricht. Denn unter zehn Frauen, die sich freizügig kleiden, findet sich nur eine, die sich etwa nicht darum bemühte, sich bei Fremden beliebt zu machen, die sie nicht für schöner als den eigenen Gatten hielte neun halten sie für besser als ihren Gatten , und nur einen unter zwanzig Männern, der keine andere Frau schöner hielte als seine eigene. Im gleichen Augenblick aber ist schon der Grund dafür gelegt, dass sich mit dem Entschwinden dieser innigen Liebe und der gegenseitigem Hochachtung vor einander ein äußerst hässliches und ebenso niedriges Gefühl entwickelt. Das geschieht folgendermaßen:

Ein Mensch bringt von seinem Wesen her Mitgliedern seiner Familie, z.B. seiner Schwester, keine erotischen Gefühle entgegen. Denn da die Erscheinung von Familienmitgliedern auf Grund der verwandtschaftlichen und häuslichen Beziehungen legitime Gefühle der Liebe und Zärtlichkeit erweckt, ertötet sie zugleich persönliche Gelüste und Neigungen. Doch kann es auch bei Menschen mit niederer Gesinnung zur Erregung besonders hässlicher Gefühle führen, wenn die Beine und andere Körperstellen, die man nach dem Gesetz noch nicht einmal vor den eigenen Familienmitgliedern zeigen darf, offen und unbedeckt lässt. Denn die Erscheinung eines Familienmitglieds gibt Kunde von ihrer Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft und ähnelt nicht einer fremden Frau. Doch ein nacktes Bein gleicht einem von außerhalb der Familie. Wo es aber keine Unterscheidungsmerkmale gibt, welche von dieser Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft Kunde geben, kann dies bei einigen Familienmitgliedern mit niederer Gesittung Blicke animalischer Lüsternheit hervorrufen. Doch ein solcher Blick bedeutet einen haarsträubenden Verfall menschlicher Gesittung.

Vierte Weisheit: Bekanntermaßen ist es ganz allgemein von Interesse, das eigene Geschlecht fortzusetzen. Es gibt keine Nation und keine Regierung, die nicht den Fortbestand ihres Volkes befürworten würde. Auch Allahs erhabener Botschafter (Friede und Segen sei mit ihm) hat sinngemäß das Folgende verfügt: »Verheiratet Euch miteinander und vermehret Euch. Ich werde am Jüngsten Tage stolz sein auf Eure große Zahl.«
 
Doch die Aufhebung der Verhüllung fördert die Zahl der Eheschließungen nicht, sondern vermindert sie beträchtlich. Denn ein junger Mann, der zeitgemäß lebt, selbst wenn er noch so freie Ansichten vertritt, möchte, eine (anständige und) unbescholtene Lebensgefährtin haben. Weil er aber nicht will, dass sie seine, der Zeit entsprechende Lebensweise und seine modernen Ansichten teilt, d.h. offen und freizügig gekleidet geht, so bleibt er Junggeselle. Ja vielleicht verfällt er sogar einem unzüchtigen Lebenswandel. Doch bei einer Frau ist dies nicht so. Sie kann über ihren Mann nicht in diesem Maße verfügen. Denn eine Frau, die innerhalb ihres familiären Reiches, als die Innenministerin, einer Beamtin gleicht, die das gesamte Eigentum ihres Mannes, seine Kinder und alles schützt und bewahrt, was ihm gehört, ist in ihrem eigentlichen Wesen Ergebenheit und Zuverlässigkeit. Offenheit und Freizügigkeit tut dieser Ergebenheit Abbruch. Damit schwindet in den Augen ihres Mannes ihre Zuverlässigkeit und bereitet ihm somit innere Unruhe und Qual. Ja sogar Mut und Freigiebigkeit, die bei den Männern als zwei Tugenden angesehen werden, werden bei den Frauen zu deren Untugenden gezählt, weil das der Zuverlässigkeit und Ergebenheit schadet. Aber es ist nicht die Aufgabe des Mannes, seiner Frau als Kämmerer zu dienen und ihr seine Ergebenheit zu bezeigen, sondern vielmehr sie zu beschützen, sie lieben und zu verehren. Darum ist es für sie unmöglich, über ihren Mann zu verfügen und ihn zu beherrschen. Doch kann er mit anderen Frauen die Ehe eingehen (unter den selben, oben angeführten Bedingungen - A.d.Ü.)!

Unser Land kann nicht nach europäischen Verhältnissen beurteilt werden. Denn dort konnte die Ehre nur durch ziemlich drastische Methoden wie z.B. das Duell bis zu einem gewissen Grade geschützt werden. Wenn jemand die Frau eines Mannes von Ehre mit einem abschätzigen Blick betrachtete, musste er praktisch schon »Totenhemd angezogen« haben. Zudem sind die Menschen in Europa, in den Ländern mit kaltem Klima, von Natur aus kalt wie das Klima dort. Hier bei uns in Asien, diesem Kontinent der islamischen Welt nämlich, haben die Länder ein verhältnismäßig heißes Klima. Es ist ja bekannt, dass geographische und klimatische Verhältnisse ihre Wirkung auf den Charakter des Menschen haben. In diesem kalten Land unter diesen kühlen Menschen könnte eine offene und freizügige Kleidung; welche sonst eine animalische Lüsternheit zu erregen vermag, vielleicht nicht so viel Missbrauch und Kraftvergeudung verursachen. Doch offene und freizügige Kleidung, welche den menschlichen Leidenschaften der in heißen Ländern so hochempfindlichen und leicht erregbaren Menschen immer wieder in Aufregung zu versetzen vermag, ist mit Sicherheit eine Ursache tut öfteren Missbrauch, Kraftvergeudung und Schwächung der Potenz. So glaubt man, an Stelle eines natürlichen Bedürfnisses einmal im Monat oder in zwanzig Tagen alle paar Tage seine Kraft wieder vergeuden zu müssen. In diesem Falle neigt der Mann, der sich in jedem Monat bis zu fünf, zehn Tagen wegen der Menstruation einer Frau oder anderer Hinderungsgründe von ihr fern halten muss und wenn er sich selbst nicht beherrschen kann, dazu, Schamloses zu tun.

Stadtbewohnerinnen sollen hinsichtlich der Dorfbewohnerinnen und Landfrauen die Verhüllung nicht aufgeben. Denn im Dorf und bei den Leuten auf dem Lande, die wegen ihrer Anstrengungen um den Lebensunterhalt und ihrer körperlichen Arbeit erschöpft sind, und wenn eine unbefangene Arbeiterin oder eine nahezu plumpe Frau, die im Vergleich mit Stadtbewohnerinnen, den aufmerksamen Blick weniger auf sich ziehen, zum Teil unverhüllt sind, erregt dies die fleischlichen Gelüste nicht in gleichem Maße und außerdem finden sich dort selten Männer, die freizügig und Müßiggänger sind. Deswegen trifft man unter ihnen kaum ein Zehntel der Verderbnis und des Sittenverfalls wie in der Stadt. Deshalb also kann man sie nicht so betrachten wie unter gleichen Verhältnissen.
... 
Euer des Bittgebetes bedürfender Bruder Said Nursi  


Anmerkungen: 
*   Ein Abschnitt aus der Verteidigungsschrift vor dem Revisionsgericht, welche das Gericht zum Schweigen brachte. »Ich halte jedoch der Versammlung des Gerichtshofes entgegen: Die Gerechtigkeit, falls es diese auf Erden gibt, wird sicher einen ungerechten Gerichtsbeschluss, durch den ein Mann verurteilt wurde, weil dieser das Gesetz Gottes, das in 1350 Jahren und in jedem Jahrhundert mindestens 350 Millionen Menschen in ihrem gesellschaftlichen Leben über alles heilig war und sich unter ihnen als wahr und wirksam erwiesen hat, das von 350 tausend Kommentaren zum Qur’an bestätigt und durch deren Übereinstimmung bekräftigt wurde und von welchem unsere Väter seit 1350 Jahren fest überzeugt waren, kommentiert hat, wieder aufheben und diesen Gerichtsbeschluss revidieren.«

Auszug aus dem 24.Blitz des Risale-i Nur Gesamtwerkes

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