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Montag, 26. Juli 2010

Wie ich zum Islam kam

"Das Leben ist eine Prüfung!"
Die Geschichte, wie ich zum Islam kam, ist vielleicht nicht so spannend und interessant, wie andere. Aber auf eine Art und Weise, kann auch meine Geschichte interessant sein.
Als ich in die Schule kam, lernte ich ein türkisches muslimisches Mädchen kennen, wir verstanden uns sehr gut und mit der Zeit wurden wir die besten Freundinnen. Als ich dann das erste Mal bei ihr zu Hause war, war ich über die Harmonie und Freundlichkeit ihrer Familie sehr überrascht, in meiner Familie bekam ich das nie richtig zu spüren, was es heißt geliebt zu werden. Aber in der Familie meiner Freundin, spürte man die Liebe und die Geborgenheit, da war auch diese selbstverständliche Hilfsbereitschaft da. Man hatte das Gefühl etwas Wert zu sein und dazu zu gehören. Damals dachte ich, dass es nur an dieser Familie lag. Heute aber weiß ich es besser.
Ich lernte durch meine Freundin viel über Religion, den Islam. Einmal habe ich sogar am islamischen Religionsunterricht teilgenommen, da war ich ca. 10 Jahre alt. Ich merkte, das mir der Religionsunterricht besser gefiel, als mein römisch-katholischer Religionsunterricht. Für mich war damals schon alles irgendwie unwahr, ich stellte mir immer die Frage, wie wissen die Menschen, wie Maria oder Jesus aussah, oder warum die Dreifaltigkeit, doch das konnte mir mein Pfarrer nie erklären, er wich meinen neugierigen Fragen aus und erklärte mir ich sei noch zu Jung um das zu verstehen.
Als ich ca. 13 Jahre war, fragte mich meine Freundin, ob ich nicht mit ihr und ihrer Familie mit in die Moschee fahren wollte. Natürlich wollte ich mitgehen und zu diesem Anlaß setzte ich auch ein Kopftuch auf, wie meine Freundin es tat. Die Frauen dort waren alle sehr freundlich und nett, ich fühlte mich richtig wohl.
Als ich die Schule beendet hatte, war mir immer noch nicht klar, was die Dreifaltigkeit bedeutet, das es immer Widersprüchlichkeiten bei den Erklärungen gab. 3 Götter; Vater-Sohn-Heiliger Geist, das gefiel mir nicht und ich hoffte das es nicht stimmen würde.
Mittlerweile war ich 15 Jahre alt und ich war immer auf der Suche nach etwas, was mir inneren Frieden geben konnte, mein Herz und meine Seele beruhigte.
Meine Freundin und ich spielten einmal Model und machten Fotos, meine Freundin setzte mir ein Kopftuch auf und sagte, "Du wirst bestimmt mal Muslimin". (Das war ihr größter Wunsch)
Damals lachte ich über diesen Satz, ich dachte nie das es wahr werden würde.
Kurz vor meinem 18. Lebensjahr, lernte ich meinen jetztigen muslimischen Ehemann kennen. Wir waren vier Monate zusammen, bevor wir heirateten. Mein Vater mochte ihn nicht, weil er Ausländer war und er meinte es wäre nur wegen der Papiere, mein Gefühl sagte mir, das es aber nicht so sein würde. Meine Mutter war sauer, weil ich ohne sie geheiratet habe.
Kurze Zeit nach unserer Hochzeit konvertierte ich dann inoffiziell zum Islam. Ich lernte zu beten, begann die Übersetzung der Bedeutung des Qur'an in Deutsch zu lesen und fastete meinen ersten Ramadan (tageweise). Das Kopftuch und die islamische Überbekleidung trug ich erst zwei Jahre später. Da ich Anfangs zuviel Angst vor der Reaktion meiner Freunde und meiner Familie hatte, erst mit der Zeit merkte ich das ich mehr Angst vor Allah haben müsste, als vor den Menschen. Dank sei Allah (swt.), dass Er mir die Stärke gab, meinen Willen durchzusetzen und das Kopftuch zu tragen. Jetzt bin ich so richtig stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, ich lerne ständig etwas Neues dazu und lese viele Bücher über den Islam. Da lesen schon immer eine meiner Stärken war. Mein Mann redete damals viel mit mir über den Islam, oft merkten wir, das der eine etwas wußte, das der andere nicht wußte oder sich nicht sicher war.
Durch den Islam habe ich endlich meinen lang gesuchten inneren Frieden und die Geborgenheit gefunden, hamdulilah.
Als ich mich offiziell zum Islam bekannte, meinen Vornamen ändern ließ und auch die Kleidung nach islamischer Vorschrift trug, war die Reaktion meiner Familie verschieden. Mein Vater war natürlich alles andere als begeistert, zuerst einen Ausländer als Schwiegersohn und dann konvertiert auch noch seine Tochter zum Islam, aber er meinte damals, ich müßte ja wissen was ich tue. Meine Mutter die ja sowieso sauer war, das sie nicht bei meiner Hochzeit war, war total schockiert und kann es auch bis zum heutigen Tag nicht aktzeptieren. Mein Onkel (Bruder Mütterlicherseits) und seine Familie zeigten Verständnis, für sie war es wichtig das ich glücklich bin und meinten, das ich deswegen, immer noch der gleiche Mensch bin. Meine Tanten (Schwester Mütterlicherseits und Väterlicherseits) brachen den Kontakt, komplett mit mir ab. Meine Großmutter, die im meinem Leben immer meine wichtigste Bezugsperson war, war zwar Anfangs überrascht, aber auch sie akteptierte meine Entscheidung und meinte damals, ich bin trotz allem immer noch ihre Enkelin.

Als ich meiner besten Freundin erzählte, das ich konvertiert bin war sie überglücklich. Sie kann's bis heute nicht glauben, das sich ihr Wunsch und ihre Äußerung von damals erfüllt hat.
Im Juli 2002 starb mein Vater nach einer Chemotherapie und langem Leiden an Lungenkrebs. Ein paar Tage darauf mußte ich operiert werden, Diagnose Eileiter-Schwangerschaft (bedeutet Gefahr für Mutter und Kind), es wäre mein erstes Baby gewesen. Damals dachte ich schaffe das nicht, doch Allah (swt.) gab mir Kraft und Stärke und ich überstand diese schwere Zeit. Dafür danke ich Ihm (swt.), denn Er ist der Einzige, der Barmherzige. Immer wenn ich über die Vergangenheit nachdenke, weiß ich das alles eine Prüfung von Allah (swt.) ist. Von Ihm kommen wir und zu Ihm kehren zurück. Allah ist der Erbarmer, der Barmehrzige, der Verzeihende.
Mittlerweile bin ich jetzt 31, seit 12 Jahren verheiratet und überzeugende Muslime und Mutter 3 gesunder Töchter (6; 5; 2,5 Jahre alt), hamdulilah. Allah (swt:) möge mir helfen, meinen Kindern den Islam richtig zu lehren. Meine älteste hat dieses Jahr den 1. Ramadan gefastet (tageweise), macha Allah. Ich war mit Stolz erfüllt, als sie zu mir kam und sagte: "Mama, ich will auch fasten!".
Ich bereue keinen Tag und keine Stunde, das ich mich für den Islam entschieden habe und incha Allah, wird Allah (swt.) mich immer stärken.
Umm Hannan

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