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Freitag, 6. August 2010

Der Khalif Omar bin Al-Khattab und die arme Frau

Omar bin Al-Khattab war der zweite Rechtgeleitete Khalif des Propheten nach Abu Bakr Siddiq.
Er regierte etwa 10 Jahre lang, in denen Gerechtigkeit und Ordnung im islamischen Staat herrschten. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass Omar seine Pflichten als Khalif sehr ernst nahm und sogar persönlich dafür sorgte, dass es den Muslimen immer gut ging. Omar war ein sehr respektierter wie auch gefürchteter Mann. Andererseits war er auch sehr bescheiden und gottesfürchtig, wie uns das die folgende Geschichte bestätigen wird.

Die Geschichte wird uns von Aslam, dem Diener des Khalifen erzählt:
„Als wir in einer kalten Nacht unseren nächtlichen Rundgang machten, bemerkten wir
außerhalb der Stadt eine Rauchwolke. Wir näherten uns dem Lager und fanden eine Frau mit ihren kleinen Kindern, die laut schrien. Der Khalif grüßte die Frau und sie erwiderte seinen Gruß, ohne ihn erkannt zu haben.
Der Khalif fragte: ‚Darf ich mich nähern?’

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Die Frau antwortete: ‚Nur wenn du behilflich sein kannst, ansonsten lass uns bitte in Ruhe.’
Omar näherte sich und fragte, warum ihre Kinder weinten?
Die Frau erklärte: ‚Die Kälte und der Hunger haben den Kleinen zu schaffen gemacht.’
Omar fragte verwundert: ‚Und was kocht im Topf, der über dem Feuer hängt?’
Die Frau: ‚In dem Topf ist nur Wasser, so täusche ich den Kindern das Kochen vor,
bis sie vor Erschöpfung einschlafen. Allah stehe zwischen uns und Omar, denn Er sieht alles’.
Omar antwortete, sich verteidigend: ‚Möge Allah dir verzeihen, woher soll Omar von eurer Misere wissen?’
Die Frau antwortete: ‚Er übernimmt unsere Verantwortung und vergisst uns dann?’
Diese Worte trafen den Khalifen mitten ins Herz und er sagte zu mir (seinem Diener Aslam):
‚Lass uns gehen.’
Wir eilten zur staatlichen Vorratskammer und holten einen Sack Mehl und etwas Butterschmalz vom Schaf (arab.: Samna). Der Khalif bat mich, ihm zu helfen, um den Sack auf seinen Rücken zu laden. Ich sagte zu ihm:
‚Oh, du Amir Al-Mu’minin, lass mich den Sack für dich tragen.’
Da wurde er wütend und fragte mich: ‚Trägst du meine Lasten (schlechte Taten) am Jüngsten Tag?’ Also half ich ihm und wir eilten wieder zurück, bis wir am Zeltlager ankamen.
Der Khalif fing direkt mit dem Kochen an. Er wärmte das Schmalz auf, bis es schmolz, und bat die Frau, das Mehl nach und nach in den Kochtopf zu geben, während er ununterbrochen rührte. Es war eine mühselige Arbeit, die Omar nicht der geschwächten Frau überlassen wollte. Zwischendurch musste Omar ins Feuer pusten, damit es nicht erlosch, bis das Essen schließlich nach einer Stunde bereit war .
Die Frau brachte ihm eine Holzplatte, auf die Omar das Essen ausbreitete, damit es auskühlte. Dann bat er die Frau, ihre Kinder zu füttern, bis sie satt wurden und er hinterließ ihr genau soviel Essen, wie sie gegessen hatten.
Als wir aufstanden, um zu gehen, sagte die Frau gerührt: ,Jazaka Allahu Khairan (Möge Allah dich mit Gutem belohnen), du hast die Stelle des Amiru Al-Mu’minin mehr verdient als Omar.’
Omar erwiderte: ‚Sag nur gutes über Omar, denn wenn du zu Omar gehst, wirst du mich Inschaa Allah dort vorfinden.’ Wir verließen das Lager nicht, ehe Omar sich sicher war, dass alle Kinder satt und zufrieden eingeschlafen waren. Er sagte zu mir: ,O Aslam, ich fand sie vor Hunger weinen und wollte nicht gehen, ehe ich sie satt und zufrieden sah.’
Erst nach Omars letztem Satz erfuhr die Frau, wer der liebevolle, fürsorgliche Mann war. Es war Amiru Al-Muiminin persönlich gewesen, dem es weder an seiner Kleidung, noch an seiner Redensart oder an seinem Verhalten anzumerken war, wer er in Wirklichkeit war.

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