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Sonntag, 1. August 2010

Salah – und der schlimmste Diebstahl



Das einzig Traurige daran den geraden Weg zu finden ist, wenn man ihn wieder verliert. Es gibt viele Arten zu fallen, aber kein Fall ist tragischer, als der Absturz im Glauben.

Manchmal ist es eine Schwester, die sich dazu entscheidet ihren Hijab abzulegen und ein anderes Leben zu führen, oder es ist ein Bruder der einst aktiv in der Gemeinde war und mit den falschen Leuten in Kontakt kam. Mit jeder Geschichte, irgendwo entlang dieser Linie, stürzen unsere Brüder und Schwestern sehr weit ab.


Leider sind solche Geschichten keine Seltenheit. Manchmal können wir nichts anderes tun, als sie anzusehen und uns zu fragen: Wie? Warum? Wir fragen uns wie jemand, der so rechtschaffen war, so weit vom Weg abkommen konnte.

Doch wir begreifen häufig nicht, dass die Antwort viel einfacher sein kann, als wir denken.

Menschen verfallen vielen verschiedenen Sünden, aber es gibt eine Sünde, die all diese Menschen gemein haben. Es gibt einen gemeinsamen Nenner für jede Person, die ein Leben voller Sünden lebt. Egal ob die Person einst auf dem geraden Weg war und abkam, oder ob sie noch nie dem rechten Pfad gefolgt ist, eine Sache ist sicher. Diese Person musste zuerst das Gebet aufgeben, minimalisieren, beiseite legen oder ignorieren, bevor sie soweit sinken konnte.

Wenn man betet, aber weiterhin ein Leben voller Sünden lebt, ist dieses Gebet wahrscheinlich nur eine Handlung der Gelenke – nicht des Herzens und der Seele. Es gibt eine wichtige Eigenschaft des Gebetes, die oft übersehen wird. Abgesehen davon, dass es ein Treffen mit unserem Schöpfer ist, ist das Gebet ein Schutz der effektivsten Art.
Allah sagt:

Verlies, was dir von dem Buche offenbart wurde, und verrichte das Gebet. Wahrlich, das Gebet hält von schändlichen und abscheulichen Dingen ab; und Allahs zu gedenken, ist gewiss das Höchste. Und Allah weiß, was ihr begeht.[29:45]
Wenn sich jemand dazu entscheidet das Gebet aufzugeben, verlässt diese Person auch diesen Schutz.
Es ist wichtig daran zu denken, dass das Aufgeben des Gebetes nicht ganz plötzlich kommt, sondern meist stufenweise. Es beginnt damit, dass man Gebete aufschiebt und nicht innerhalb der vorgegebenen Zeiten betet, und dann beginnt man Gebete miteinander zu verbinden. Bald zeigt sich, dass man das Gebet ganz verpasst, und ehe man sich versieht, wird das Nichtbeten zur Norm. 

Inzwischen geschieht etwas anderes, dass nicht gesehen werden kann. Mit jedem verzögerten oder verpassten Gebet gibt der Mensch den Schutz auf, den Allah ihm oder ihr gegen den Satan oder Schaytan gab. Nun kann Schaytan die Herrschaft übernehmen.
Allah sagt:

Und für den, der sich vom Gedenken an den Allerbarmer abwendet, bestimmen Wir einen Satan, der sein Begleiter sein wird. [43:36]
Deshalb ist es kein Wunder, dass das Vernachlässigen des Gebetes der erste Schritt auf dem Weg ins Verderbnis ist. Diejenigen, die vom Weg abgekommen sind, brauchen nur zurückblicken auf den Anfang, wo alles begann; und sie werden sehen, dass es mit dem Gebet anfing.

Dasselbe trifft auch andersrum vollkommen zu. Für diejenigen, die ihr Leben in den Griff bekommen möchten, beginnt es mit der Konzentration auf das Gebet und dessen Perfektionierung. Sobald man das Gebet wieder an erster Stelle stellt – vor Schule, Vergnügen, Kontakte knüpfen, Einkaufen, Fernsehen, Spielen – bekommt man das Leben in den Griff.


Die Ironie an dieser Wahrheit ist, dass viele Menschen dazu verleitet werden zu denken, dass sie zuerst ihr Leben in den Griff bekommen müssen, bevor sie anfangen können zu beten. Dies ist eine gefährliche List des Schaytan, der weiß, dass das Gebet dieser Person die nötige Energie und Leitung geben wird, um sein oder ihr Leben zu verändern. So eine Person gleicht einem Fahrer, dessen Tank leer ist, aber er dennoch darauf beharrt die Reise zu beenden, bevor er den Tank auffüllt. Diese Person wird nirgends ankommen. Solche Leute verharren jahrelang auf derselben Stelle, ohne zu beten und ohne ihr Leben zu verändern. Schaytan forderte sie heraus und gewann.

Auf diese Weise haben wir ihm erlaubt, von uns zu stehlen, was unbezahlbar ist. Unsere Häuser und unsere Autos sind uns so wertvoll, dass wir nie daran denken würden sie ungeschützt zu lassen. Wir bezahlen große Beträge für Alarmanlagen und Sicherheitssysteme, um sie zu schützen.

Aber unseren Glauben lassen wir ungeschützt, damit er von dem schlimmsten aller Diebe gestohlen wird – von einem Dieb, der Allah geschworen hat, bis zum Ende der Zeit unser unerbittlicher Feind zu sein. Ein Dieb, der nicht etwas wertloses wie ein Mercedeszeichen vom Auto stiehlt, sondern einer, der unsere unsterbliche Seele und unsere Dauerkarte zum Paradies stiehlt.

[Übersetzt aus dem Englischen; Autorin: Yasmin Mogahed; Quelle: IFN]

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