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Freitag, 3. September 2010

Die Zakat ist eine Pflichtabgabe für Reiche



عن ابن عباس رضي الله عنهما أن النبي صلى الله عليه وسلم بعث معاذ إلى اليمن، فذكر الحديث وفيه "أن الله قد افترض عليهم صدقة في أموالهم تؤخذ من أغنيائهم فترد في فقرائهم" متفق عليه واللفظ للبخاري 
Ibn Abbas (r.) berichtete: Der Prophet (s.a.s.) entsandte Mu'adh in den Jemen...in dem längeren Hadith kommt u.a. vor: dass Allah für sie eine Pflichtabgabe auferlegt hat, die von den Reichen von ihnen genommen wird und den Armen von ihnen gegeben wird. Dies berichteten Buchari und Muslim, wobei der obige Wortlaut der von Buchari ist.
Der gesamte Hadith, wie ihn Buchari berichtet, lautet: Ibn Abbas (r.) berichtete: Als der Prophet (s.a.s.) Muadh (r.) in den Jemen entsandte, sagte er zu ihm: „Du wirst zu Leuten von den Besitzern der Schrift (arab. ahl al-kitab) (1) kommen. Das erste, wozu du sie einladen sollst ist, dass sie Allah (allein) anbeten. Wenn sie sich zu Allah bekennen (wörtl. wenn sie Allah kennen), so lass sie wissen, dass Allah ihnen die Pflicht auferlegt hat, fünf Gebete pro Tag und Nacht zu verrichten. Wenn sie das getan haben (d.h. halten sie die Gebete ein), so lass sie wissen, dass Allah für sie eine Pflichtabgabe auferlegt hat, die von den Reichen von ihnen genommen wird und den Armen von ihnen gegeben wird. Wenn sie dir gehorchen, so nehme (diese) von ihnen undhalte dich fern von den besten Teilen ihrer Güter.“
Definition von „Zakat“: (2)
  1. Das arabische Wort „Zakat“ bedeutet „Reinigung“. Es wird im Koran sowohl für die Pflichtabgabe, die eines der Säulen des Islam ist, benutzt, als auch für eine freiwillige Spende.
  2. As-San'ani: Die Zakat ist einer der Säulen des Islam. Darüber ist die Umma übereingekommen (arab. idschma'). Die meisten Gelehrten sagen, dass die Zakat im Jahr 2 n.H. für die Muslime zur Pflicht wurde, noch bevor das Fasten im Ramadan zur Pflicht wurde. Wenn in den mekkanischen Suren von „Zakat“ die Rede ist, dann ist damit eine Spende gemeint und nicht die eigentliche Zakat, die einer der 5 Säulen des Islam ist.
  3. Manchmal benutzt der Koran das Wort „Sadaqa“ (Almosen) für die Zakat, die einer der 5 Säulen ist, wie z.B. in Sure 9: „Nimm Almosen (arab. sadaqa) von ihrem Besitz, auf dass du sie dadurch reinigen und l.utern m.gest. Und bete für sie, denn dein Gebet ist ihnen Beruhigung. Und Allah ist allh.rend, allwissend.“[9:103]
 Erläuterungen zum Hadith und rechtliche Bestimmungen, die darausabzuleiten sind: (3)
  1. As-San'ani erwähnte, dass der Prophet (s.a.s.) Muadh wahrscheinlich im Jahr 10 n.H. in den Jemen entsandte. Es gibt aber auch Meinungen die besagen, dass es im Jahr 9 bzw. 8 n.H. war.
  2. Die Aussage „genommen wird“ weist darauf hin, dass die Zakat von den Reichen bzw. Abgabepflichtigen vom Staat eingefordert wird und dass sie zwangsvollstreckt wird, wenn ein Reicher bzw. Abgabepflichtiger dieser Pflicht nicht freiwillig nachkommt. Ausserdem wird bei Weigerung der freiwilligen Zahlung nicht nur die Zakat, sondern insgesamt die Hälfte seines Besitzes eingezogen als Strafe für die Weigerung – wie es im Hadith berichtet wird, den Ahmad, Nasa'i und Abu Dawud berichten. Einige Gelehrte sind der Meinung, dass dieser von Ahmad, Nasa'i und Abu Dawud überlieferte Hadith abrogiert ist. Jusuf al-Qaradawi ist der Ansicht, daß die Festlegung des Strafmasses dem Herrscher überlassen ist. (4) Zu den weiteren Hinweisen, dass die Zakat staatlich eingefordert wird, gehört auch, dass der Prophet (s.a.s.) Leute schickte, die die Zakat einsammelten.
  3. Erläuterung der Aussage „und den Armen von ihnen gegeben wird“:
 Wer bekommt von der Zakat?
As-San'ani sagt, dass diese Aussage ein Hinweis darauf ist, dass es genügt, die Zakat einer der acht möglichen Empfängergruppen zu geben. Die acht Empfängergruppen werden im Koran erwähnt:
 „Die Zakatgelder (w.rtl. Almosen, siehe oben „Definition von Zakat“, Punkt 3) sind nur für die Armen und Bedürftigen und für die mit ihrer Verwaltung Beauftragten und für die, deren Herzen vers.hnt werden sollen, für die (Befreiung von) Sklaven und für die Schuldner, für die Sache Allahs und für den Wanderer: eine Vorschrift von Allah. Und Allah ist allwissend, allweise.“[9:60] 
Darf man die Zakat auch an Nichtmuslime geben?
 Ob man von den Zakatgeldern auch armen Nichtmuslimen geben darf, gibt es Meinungsunterschiede unter den Gelehrten:a)     Al-Khazradschi sagt, dass „den Armen von ihnen“ bedeutet: „den armen Muslimen“ und dass es nicht erlaubt ist, die Zakat an arme Nichtmuslime zu geben. Denn die Zakat wurde nur von den reichen Muslimen und nicht von den reichen Nichtmuslimen eingezogen.a)     Qaradawi sagt, dass man von den Zakatgeldern nicht einem  Nichtmuslim geben darf, der im Kriegszustand mit den Muslimen steht, und auch nicht einem, der vom Islam abgefallen ist (arab. murtadd). Dahingehend sieht er es als rechtmäßig an, einem nichtmuslimischen Staatsbürger, der in einem Vertragsverhältnis mit den Muslimen steht (arab. dhimmi) von der Zakat zu geben, wenn dieser arm ist. (5)
Begründung:
Die Aussage Allahs „Die Zakatgelder (w.rtl. Almosen, siehe oben „Definition von Zakat“, Punkt 3) sind nur für die Armen ...“[9:60] ist allgemein gehalten. Umar ibn al-Khattab (r.) setzte aufgrund seines Verständnisses dieses Koranverses für einen jüdischen alten Mann eine Altersversorgung von der Staatskasse der Muslime fest.
Der äußere Wortlaut der Aussage Allahs „Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht bek.mpfen des Glaubens wegen und euch nicht aus euren Heimst.tten vertreiben, gütig zu sein und billig mit ihnen zu verfahren; Allah liebt die Billigkeit Zeigenden.“[60:8] lässt folgern, dass es erlaubt ist, ihnen von den Zakatgeldern zu geben, da dies eine Art ist, gütig zu ihnen zu sein.
Qaradawi sagt schließlich: „Eigentlich sollten die Zakatgelder zuerst den armen Muslimen gegeben werden, da die Zakat auch  nur eine Pflichtabgabe für die reichen Muslime ist (und nicht eine Pflichtabgabe für die reichen Nichtmuslime). Jedoch ist nichts dagegen einzuwenden, einem armen dhimmi (6)  davon zu geben, wenn genug von den Zakatgeldern vorhanden ist.
...... Aber selbst die Meinung derjenigen, die es als verboten ansehen, den dhimmis von den Zakatgeldern zu geben, bedeutet nicht, dass man die armen Nichtmuslime einfach so hungern und ohne ausreichende Bekleidung lässt. Vielmehr sollen sie vom islamischen Staat aus anderen Töpfen der Staatskasse unterstützt werden.“ Zu denjenigen, die es als erlaubt ansehen, einem Nichtmuslim von den Zakatgeldern zu geben, gehören der bekannte tabii (7)
 Ibn Sirin, Az-Zuhrijj und Zufar, der Schüler Abu Hanifas. Von Abu Hanifa wird überliefert, dass er es für erlaubt ansah, einem Nichtmuslim von der Zakat al-Fitr (Pflichtabgabe am Ende des Ramadan) zu geben, wenn dieser kein Feind ist bzw. jemand, mit dem die Muslime im Kriegszustand sind.
Muss die Zakat lokal verteilt werden oder darf sie auch in andere Länder geschickt werden?
Abdulqadir Schaibat al-Hamd sagt (8): „Ein Teil der Gelehrten verstand die Aussage des Propheten (s.a.s.) „von den Reichen von ihnen genommen wird und den Armen von ihnen gegeben wird“ so, dass die Zakatgelder eines jeden Landes für die (acht möglichen) Empfängergruppen des eigenen Landes ausgegeben wird. Jedoch wird es den Bedürftigen eines anderen Landes gegeben, wenn diese es nötiger haben.
..Es wird von Umar (r.) überliefert, dass ihm eine arme Frau begegnete, als er gerade nach Khaibar unterwegs war. Sie erwähnte ihre Bedürftigkeit. Da sagte er ihr, dass sie ihn nochmal in Medina ansprechen solle. Dort gab er ihr dann von den Zakatgeldern. Die meisten Gelehrten sehen es jedoch als verpönt (arab. makruh) an, Zakatgelder (in ein anderes Land) zu transportieren.

Fußnoten:       
  1. „Besitzer der (von Gott geoffenbarten) Schrift“ (arab. ahl al-kitab) sind Juden und Christen
  2. Subul as-Salam, Hadith Nr.560, Band II, S. 173 und Skript أحاديث الأحكام ("Ahadith al-Ahkam") von Dr. Ahmad Jaballah, S.53ff.
  3. Subul as-Salam, Hadith Nr.560, Band II, S. 173 und Skript  أحاديث الأحكام ("Ahadith al-Ahkam") von Dr. Ahmad Jaballah, S.53ff.
  4. Siehe Jusuf al-Qaradawi „Fiqh des Zakat“, Band 1, S.92.
  5. Siehe Jusuf al-Qaradawi „Fiqh des Zakat“, Band 2, S.707.
  6. Nichtmuslimischer Staatsbürger in einem islamischen Staat. Ausführliche Erläuterung siehe z.B. S. Mourad „Einführung in das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen“, Verlag: MSVK, Karlsruhe, 1999.
  7. Ein Tabii ist jemand, der ein Schüler eines Prophetengefährten war.
  8.  Abdulqadir Schaibat al-Hamd, „Fiqh al-Islam“, Band 4, S.88.

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