Labels

99 Namen (35) Akhlaq (8) Allah (52) Ausflug (11) Avatare (6) Bilder / Grafik (177) Bildung (4) Bittgebet / Dua (4) Blumen / Garten (25) Bücher (12) Dawa (6) Djumu'a Khutba (17) Downloads (18) Ehe (11) Eid / Fest (16) Eltern (16) Familie (28) Fasten (31) Fragen (15) Frau (27) Gebet (13) Gedicht (32) Geschichte (65) Glaubensgrundsätze (7) Hadithe (48) Hajj / Hidschra (11) Himmel / Landschaft (28) Hölle (7) Ibada (16) Kinder (19) La Tahzan (46) Lailat Al-Qadr (7) Leben (21) Nasheed (6) Paradies (13) Propheten (25) Quran (64) Ramadan (48) Religion (23) Salaf - Sahaba (11) Schaitan (7) Signatur (3) Sunna (10) Texte (55) Tiere (9) Tipps (32) Tod (14) Urlaub (6) Video (24) Weg zum Islam (6) Wissen / Ilm (21) Worte (9) Wunder (17) Zakat (4) Zitate (4) Zum Nachdenken (58)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Was mich die Rose lehrte

Rosen waren schon immer meine Lieblingsblumen. Ich bin immer davon ergriffen, wie perfekt sie sind – für einen Moment. Aber in dem Moment, und in den darauffolgenden Momenten brachten mir die Rosen eine unbezahlbare Lektion bei. Und ich meine keine Lektion in Botanik oder Gartenbau.
Ich meine eine Lektion fürs Leben.


 

Was geschieht mit diesen perfekt geformten Blütenblättern der Rose, nur wenige Tage nachdem sie aufgeblüht ist? Was wird aus diesem glänzenden Rot, das eine Rose so atemberaubend schön macht? Diese Blütenblätter verwelken und trocknen aus. Dieses glänzende Rot wird braun. Die Rose, die einst voller Schönheit und Leben war, verwandelt sich in vertrocknete Stücke, die mit der kleinsten Berührung zerfallen. Und egal wie sehr wir uns bemühen, ganz gleich wie oft wir das Wasser austauschen, wir können sie nicht vor dem Verwelken bewahren. 

Dieser Prozess, wenn man darüber nachdenkt, geschieht nicht ohne Grund. Und Allah sagt uns im Qur’an ganz genau, was für eine Lebenslektion wir von einer Rose lernen können.

Wisset, dass das Leben in dieser Welt nur ein Spiel und ein Tand ist und ein Gepränge und Geprahle unter euch, und ein Wettrennen um Mehrung an Gut und Kindern. Es gleicht dem Regen (der Pflanzen hervorbringt), deren Wachstum den Bebauer erfreut. Dann verdorren sie, und du siehst sie vergilben; dann zerbröckeln sie in Staub. Und im Jenseits ist strenge Strafe und Vergebung und Wohlgefallen Allahs. Und das Leben in dieser Welt ist nur eine Sache der Täuschung. [57:20]

Also ist das Verwelken der Rose als ein Zeichen für uns gedacht. Es soll uns eine der wichtigsten, und doch schwierigsten, Realitäten des Lebens beibringen: Nichts ist für ewig. Alles wird vergehen – alles außer Allah.
Im TV sieht man überall schöne Filmstars, wir gehen an ihren Bildern vorbei, die die Titelseiten der Magazine schmücken. Man schwärmt von ihrer Schönheit und ihren perfekten Figuren. Aber was geschieht mit diesen schönen Gesichtern nach 10, 20, 30 Jahren? Sie werden runzelig, sie verwelken, sie sterben. Was passiert mit dem genialsten Verstand, 50 Jahre nachdem er oder sie eine bahnbrechende Entdeckung gemacht hat? Möglicherweise liegen sie still in einem Pflegeheim, und versuchen sich an ihre eigenen Namen zu erinnern.
Aber ist diese Realität dazu vorgesehen uns zu deprimieren, und uns in sorglose Achtlosigkeit zu werfen? Nein, diese Wirklichkeit ist als Zeichen und Orientierung für uns bestimmt. Mit dem Verwelken der Rose, und mit jeder zerfallenen Blüte, erinnert Allah uns daran, dass hier alles vergeht. Er erinnert uns, dass nichts auf dieser Welt bleiben wird, außer Allah. Diese Realität soll uns nicht traurig machen, sondern aufwecken und uns erinnern, dass unsere größte Bindung nicht zu diesen vergänglichen Dingen sein sollte.
Im Qur’an erinnert uns Allah zahlreich daran:


Alle Dinge sind vergänglich, bis auf Sein Angesicht. [28:88]
Alles, was auf (Erden) ist, wird vergehen. Aber das Angesicht deines Herrn bleibt bestehen – des Herrn der Majestät und der Ehre. [55:26-27]

Dies sind tiefgründige Aussagen, die uns im Kern aufrütteln sollen. Und es gibt ein Kapitel im Qur’an, dass nur aus drei kurzen Versen besteht, und die Tiefe dieser Tatsache so schön zusammenfasst. Die Sure 103 beginnt damit, dass Allah bei al-Asr (der Zeit) schwört. Diesem Schwur folgend verwendet Allah das Wort „inna“ (wahrlich) und „la“ (gewiss), beide vermitteln einen besonderen Nachdruck. Das Verwenden des Schwurs und die doppelte Betonung zeigen wie bedeutsam die Aussage ist, die folgt:

Wahrlich, der Mensch ist in einem Zustande des Verlusts“ [103:2]

Aber die Frage ist: Was verliert die Menschheit? Verlust von was?
Von allem.
Verlust von Zeit, Verlust der Menschen und Dinge die wir lieben, Verlust der Gesundheit, Verlust der Schönheit, Verlust des unergibigen Strebens. Und wenn diese Dinge einmal verloren sind, sind sie für immer verloren – außer für eine auserwählte Gruppe von Menschen:


„Denjenigen, die glauben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten.“ [103:3]

Also können wir nur durch unseren Glauben und unsere Taten etwas von dieser vergänglichen Welt mitnehmen. Nur in dem wir den falschen Abhängigkeiten entfliehen, unsere flüchtigen Bindungen loslassen und uns an Allah festhalten, können wir von der Illusion der Meere mit Wasser zurückkehren.
Nur Allah bleibt bestehen. Alles andere sind wir ständig am Verlieren.
Und es sind nur die verwelkenden Blüten, in die wir uns heute verlieben, die aber morgen zerfallen.

[Übersetzt aus dem Englischen; Autorin: Yasmin Mogahed; Quelle: IFN] 
Quelle:  http://schams.wordpress.com

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen