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Freitag, 12. November 2010

Warum zögern wir die Reue hinaus?

Die Reue ist letztendlich das Ziel, wonach wir alle streben. Alle vernünftigen Menschen sind sich ihrer zahlreichen Sünden bewusst. Wer an Allâh und Seinen Gesandten möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken glaubt, erkennt, dass er für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen wird und wünscht sich daher, frei von den negativen Folgen seiner Missetaten zu sein. Der Islam bietet der Menschheit den idealen Weg, der ihn von der Last seiner Sünden erlösen kann.

Das Wort Tauba (Reue) heißt wörtlich auf Arabisch “zurückkehren”. Im islamischen Kontext bedeutet es: das Unterlassen einer Handlung, die Allah verboten hat und Rückkehr zu dem, was Allâh - der Allmächtige - geboten hat.

Das Thema Reue ist allen Menschen, die an Allâh glauben, wichtig. Für Muslime ist es sehr wichtig, dies zu verstehen, weil unsere Rettung im Jenseits von unserer Rückkehr zu Allâh abhängt.

So gebietet Allâh (in der ungefähren Bedeutung):
„…Wendet euch alle reumütig Allâh zu, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehen möge.“ (Sûra 24:31)

Allah sagt auch: „…Allâh liebt die Reumütigen, und Er liebt die, die sich rein halten” (Sura 2:222)

Man kann wirklich die Absicht haben zu bereuen, dennoch gibt es vielleicht einige Hindernisse auf dem Weg zur Reue. Wenn das der Fall ist, muss der Mensch ohne zu zögern handeln und diese Hindernisse aus dem Weg räumen, um der Seele den Weg zu Glück und Zufriedenheit zu ebnen. Das Hinauszögern der Reue kann sich entweder aus dem Wunsch ergeben, etwas Verbotenes länger zu „genießen“, oder aus dem Zweifel eines unwissenden Sünders, ob Allah seine Reue annimmt oder nicht.

Allerdings können wir sicher sein, dass Allâh uns gegen unser Übel helfen und Erfolg gewähren wird. Wir müssen zuversichtlich sein, dass Allâh unsere Sünden vergibt und dass Er, und nur Er, über uns richten kann. Nur sein Urteil ist uns Sorge und Angst wert. Daher sollten wir nur Ihn fürchten, weil aufrichtige Reue alle Sünden und allen Ungehorsam tilgt.


Das Tor zur Reue ist immer auf, bis …

Das Tor zur Reue ist immer auf und wird nicht vor irgendeiner Person, die bereut, geschlossen werden, egal wie viele Sünden sie hat. Rechne damit, dass das Tor zwei Schlösser hat: Der Tod und der Tag des Jüngsten Gerichts. Das erste wurde im folgenden Hadith erwähnt: „Allâh nimmt die Reue eines Dieners an, bis seine Seele die Kehle verlässt.“ (At-Tirmithî)

Das andere wurde im folgenden Hadith erwähnt: „Wer sich Allah reumütig zuwendet, bevor die Sonne aus dem Westen aufsteigt, dem wird Allâh vergeben.“ (Ahmad)

Allâh sagt im Qurân: „Nicht aber ist die Annahme der Reue für diejenigen, die [solange] böse Taten begehen, bis dass, wenn sich bei einem von ihnen der Tod einstellt, er sagt: „Jetzt bereue ich“, und auch nicht für diejenigen, die als Ungläubige sterben. …“ (Sûra 4:18)

Oh du unachtsame Seele! Eile zur Reue, bevor der Tod anbricht und die Zeit der Reue abläuft. Lass dich beim Sterben nicht in einem Zustand von Ungehorsam gegenüber deinem barmherzigsten Herrn ertappen. Der Satan gibt dir langfristig Hoffnung und leere Versprechungen; er schiebt deine Reue auf, bis dein Herz, durch das Beharren auf Sünde und Ungehorsam, hart wie ein Fels wird, und du deswegen dann in einem erbärmlichen Zustand deinem Herrn begegnen würdest. Wenn das Tor zur Reue sich für dich schließt, wird es nie wieder für dich geöffnet werden.


Was hält uns von der Reue ab?

1. Die Sünden nicht ernst nehmen:
Das Problem von vielen von uns heutzutage ist, dass wir Allâh nicht fürchten, d.h. wir denken nicht ernsthaft über den Ungehorsam gegenüber Ihm nach, und deswegen begehen wir Sünden, ohne dass wir es überhaupt merken. Daher sollten wir über den Ausspruch von Ibn Mas’ûd möge Allah mit ihm zufrieden sein nachdenken: „Ein Gläubiger erkennt seine Sünden so als säße er unter einem Berg, bei dem er befürchtet, dass dieser auf ihm einstürzt, wohingegen die schlechte Person seine Sünden so erwägt wie Fliegen, die an seiner Nase vorbeifliegen und er sie so verscheucht (und er schlug seine Hand vor sein Gesicht, um das zu veranschaulichen).“ (Al-Buchârî)

Der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Nehmt euch in Acht vor den kleineren Sünden, weil diese Sünden wie eine Gruppe von Menschen sind, die sich mitten in einem Tal vorübergehend ansiedeln. Dann beschließen sie ein Lagerfeuer zu machen. So bringt jeder von ihnen einen Ast bis sie dazu fähig sind, das Lagerfeuer zu machen. Dann backen sie ihr Brot. So können kleinere Sünden (wenn sie sich anhäufen) jemanden zerstören, der sie begeht.“ (Ahmad)

2. „Worum geht es? Ich werde nur damit enden, es wieder zu begehen“
Solch ein Ansatz ist das Ergebnis eines Missverständnisses. Eines der Bedingungen der Reue ist in der Tat eine wirkliche Absicht haben, nicht wieder dieselbe Sünde zu begehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Satan nicht versuchen wird dich zu verführen, dieselbe Sünde wieder zu begehen. Wenn du folglich selbst versagst und du dieselbe Sünde begehst, bedeutet es nicht, dass deine erste Reue eine Lüge war. Du solltest dich beeilen weiterhin zu bereuen, mit der Absicht, die Sünde nicht noch einmal zu begehen, wobei du daran denken solltest, dass die Barmherzigkeit Allahs über alles hinausgeht.

3. „Allah ist vergebend, also lass mich sündigen“
Wenn man an die Reue und die Abscheulichkeit des Ungehorsams erinnert, würden manche Leute antworten, dass Allah der Immer-Vergebende, der Allerbarmer ist. Ein Atheist sagte einmal sarkastisch: „Du solltest so viele Sünden wie möglich begehen, weil du vom großzügigsten Herrn geleitet wirst.“ Es besteht kein Zweifel, dass eine solche Ansicht ein vollkommenes Unwissen gegenüber der Religion Allahs darstellt, weil Allahs Barmherzigkeit den Aufrichtigen nahe ist und nicht den Übeltätern.

4. „Ich bin dafür bestimmt ein Sünder zu sein“
Einige Menschen ziehen es vor ihre Sünden auf Al-Qadar (Schicksal) zu schieben. Wenn man sie zum Beispiel fragt: „Warum verrichtest du nicht das Gebet? Warum fastest du nicht? Warum trinkst und rauchst du? Warum bereust du deinen Ungehorsam nicht?“ Sie würden antworten, indem sie sagen: „Das ist Allahs Qadar“ oder: „Ich bin dazu verdammt, das zu tun.“ Das ist, ohne Zweifel, ein schwerwiegendes Missverständnis und eine Ausflucht vor der Wahrheit. Wenn man an Al-Qadar glaubt, bedeutet es nicht, dass jemand dazu bestimmt ist, Sünden zu begehen. Es ist wahr, dass Allah alle Taten der Menschen, seien sie gut oder schlecht, aufgeschrieben hat, und nur Er kennt das Unsichtbare, aber der Gläubige ist weder dazu gezwungen, eine gute Tat zu begehen, noch ist er dazu gezwungen ungehorsam zu sein. Stattdessen hat er die Fähigkeit bekommen nachzudenken, zu urteilen und dann eine freie Entscheidung zu treffen. Al-Qadar fällt nur bei Unglücksfällen und Segen an, mit dem ein Mensch konfrontiert wird, weil er nichts dafür kann. Wenn zum Beispiel ein Paar heiratet, und sie dann drei Kinder bekommen, dann ist das ihr Qadar. Es ist nicht erlaubt, unsere Sünden und unser Ungehorsam auf Al-Qadar zu schieben, weil das zu tun ist so, als würde man sich Allah gegenüberstellen und Unzufriedenheit zeigen.


Die Reue wischt alle Sünden weg, große und kleine:

Wenn Menschen unwissend sind, denken sie, dass die Reue nur bei großen Sünden erforderlich ist. Man sollte darauf hinweisen, dass das Bereuen aller Sünden eine Pflicht ist.

Sogar der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , der frei von Sünde war, bat Allâh täglich um Vergebung. Es wurde berichtet, dass der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Oh ihr Menschen! Zeigt Reue gegenüber Allah! Ich schwöre bei Allah, dass ich mich jeden Tag mehr als 70 Mal reumütig Allâh zuwende.“(Al-Buchârî)

Deshalb müssen wir alle Allah fürchten, Ihn um Vergebung bitten und darüber im Klaren sein, dass es keine Sünde gibt, die klein ist, wenn man auf sie beharrt, und es keine große Sünde gibt, wenn man Allâhs Vergebung erstrebt (d.h. wenn die kleine Sünde viele Male wiederholt wird, wird sie zu einer großen Sünde). So wischt die aufrichtige Reue alle begangenen Sünden weg.
Verliere niemals die Hoffnung!

Einige sagen: „Ich möchte bereuen, aber meine Sünden sind zu viele.“ Aber Allâh sagt (in der ungefähren Bedeutung): „Sag: O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit. Gewiss, Allah vergibt die Sünden alle.

Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige.“ (Sûra 39:53)

Deshalb sollten wir nie unsere Hoffnung verlieren oder aufhören, Allâh um Vergebung zu bitten. Diese Wichtigkeit wird uns in dem Hadith verdeutlicht, in welcher der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Oh ihr Leute! Wendet euch reumütig Allâh zu und strebt nach Seiner Vergebung, ich wende mich jeden Tag einhundert Male Ihm reumütig zu.“ (Muslim)

Die Reue ist ein so großartiger Gottesdienst, dass es, indem man es tut, alle unsere gesamten Sünden löschen kann, so wie der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Jemand, der seine Sünden bereut ist wie einer, der keine Sünden hat.“
(Ibn Mâdscha)

Quelle: Islamweb.net

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