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Mittwoch, 8. Dezember 2010

Das Paradies im Herzen

Wir alle hatten mal intensive Momente. Ich erlebte einen solchen Moment, während ich auf dem Dach von Masjid al-Haram stand. Über mir war nur der Himmel, und unten die schönste Ansicht der Kaaba und ein Zeichen Allahs, dieses und das Leben, das mir noch bevorstand. Ich war umgeben von einer erdrückenden Menschenmenge - die es sonst nirgends auf der Erde gibt - aber es war so, als ob ich ganz allein da stand - mit Allah. 


Ich brachte mit mir auf das Dach soviel Kummer, Verwirrung und Zweifel. Ich kam mit soviel Schwäche, menschlicher Gebrechlichkeit, und Schmerz. Am Scheideweg meines Lebens stehend, brachte ich die Angst vor dem was kommen würde mit, und die Hoffnung auf das, was sein könnte.
 
Während ich also auf diesem Dach stand, erinnerte ich mich an die Geschichte von Musa (Friede auf ihm), wie er am Roten Meer stand.


Seine Augen sahen nichts als eine Wasserwand, die ihn einschloss, während eine Armee sich näherte; aber seine spirituellen Augen sahen nur Allah, und einen Weg hinaus, der so sicher war, als ob er ihn bereits genommen hätte.


Während die Stimmen seines Volkes – beraubt des Vertrauens und der Hoffnung – nur davon sprachen, dass sie eingeholt werden würden, gab Musa (Friede auf ihm) nicht auf.

 
Als ich dort stand, hörte ich ferne Stimmen, die mich vor dem was kommen würde warnten – aber mein Herz hörte nur, „Inna ma`iya rabbi sa yahdiin…. Keineswegs! Denn mit mir ist mein Herr; Er wird mich leiten.“ [26:62]

Doch wir können durch die uns umgebenden Illusionen der Erschwernis, der Verwirrung und des Schmerzes nur hindurchsehen, wenn wir unserem Herzen erlauben sich zu fokussieren. Das Fundament des Islam ist Tawhid (Einheit Gottes). Aber Tawhid bedeutet nicht nur die Einheit Gottes auszusprechen. Es geht viel tiefer. Es geht um die Einheit des Ziels, der Angst, der Anbetung, der höchsten Liebe zu Allah. Es ist die Einheit der Vision und des Hauptaugenmerks. Es soll den Blick auf einen einzigen Punkt lenken, wodurch alles andere automatisch seinen Platz findet. 


Eines der schönsten Überlieferungen des Propheten (sallallahu alayhi wa sallam) erfasst dieses Konzept perfekt. Er sagte (in ungefährer Bedeutung):

Wer das Jenseits zu seiner Hauptbeschäftigung macht, dessen Herz befreit Allah vor Verlangen (setzt Reichtum ins Herz), richtet seine Angelegenheiten, und die Dunya (das weltliche Leben) kommt zu ihm (liegt ihm zu Füßen) obwohl sie abgeneigt ist. Und wer die Dunya zu seiner Beschäftigung macht, dem setzt Allah die Armut vor die Augen, bringt seine Angelegenheiten durcheinander, und es wird ihm nur soviel in Dunya gegeben, wie es schon vorgesehen war.“ [Tirmidhi]

 
Wenn ihr schon einmal 3D Stereobilder gesehen habt, so könnt ihr diese als eine wunderbare Metapher dieser Wahrheit sehen. Auf den ersten Blick sieht das Bild nur wie eine Sammlung von Formen aus, ohne jegliche Ordnung oder Aussage. Aber wenn man das Bild ganz nah ans Gesicht hält, die Augen auf einen einzigen Punkt fokussiert und das Bild langsam vom Gesicht entfernt, wird das Bild plötzlich klar. Doch sobald man die Augen von diesem einzigen Fixpunkt abwendet, verschwindet das Bild wieder und zurück bleibt nichts als ein Meer von Gestalten.

Genauso gilt – je mehr wir uns auf die Dunya konzentrieren, desto zerstreuter werden unsere Angelegenheiten. Je mehr wir der Dunya hinterherlaufen, desto mehr läuft sie vor uns davon. Je mehr wir dem Reichtum nachjagen, desto mehr spüren wir die Armut. Wenn Geld das Hauptaugenmerk ist, werden wir sehen, dass, egal wie viel Geld wir besitzen, wir immer fürchten werden es zu verlieren. Dies ist die Armut an sich.
 
Deshalb sagte der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) über diese Personen, dass die Armut immer vor ihren Augen ist. Das ist alles, was sie sehen. Egal wie viel sie haben, sie kennen keine Genügsamkeit, sondern nur die Gier nach mehr und die Angst vor dem Verlust.


Aber was diejenigen betrifft, die sich auf Allah konzentrieren, zu denen kommt die Dunya, und Allah erfüllt ihre Herzen mit Zufriedenheit. Auch wenn sie wenig haben, fühlen sie sich reich, und sind bereit von diesem Reichtum herzugeben.

 
Und wenn solche Menschen sich vom Leben, von finanziellen Schwierigkeiten, von Schmerz, von Einsamkeit, von Furcht, von Herzenskummer, von Traurigkeit gefangen fühlen, dann ist alles was sie tun müssen sich Allah zuwenden, und Er schafft ihnen immer einen Ausweg. Das ist ein Versprechen, ein Versprechen Allahs, der im Qur`an sagt:
„Und wer Allah fürchtet, dem schafft Er einen Ausweg, und versorgt ihn in der Art und Weise, mit der er nicht rechnet. Und wer auf Allah vertraut – für den ist Er sein Genüge“… [65:2-3]
Allah ist für sie Genüge. Für diejenigen, die Allah zu ihrer einzigen Sorge machen, gibt es nur Frieden, denn was auch immer sie in diesem Leben trifft ist gut, und war der Wille Allahs. Stellt euch vor nur Gutes im Leben zu haben. Dies ist der Zustand von jenen Gläubigen, über die der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) sagte:

„Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so außer dem Gläubigen. Wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn, und wenn ihm Gutes widerfährt, ist er dankbar, und dadurch wird es gut für ihn.“ (Muslim)

Und so befindet sich im Herzen eines jeden Gläubigen eine Art Paradies..
[Übersetzt aus dem Englischen; Autorin: Yasmin Mogahed]


Quelle: http://schams.wordpress.com/

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