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Sonntag, 26. Dezember 2010

Geschichte einer Konvertierten - Anja's Buch

Vorwort

„Darf ich Sie mal etwas fragen? Sind Sie Deutsche? Und Sie gehören dem Islam an?“
„Ja, ich bin Deutsche, und ja, ich gehöre dem Islam an.“
„Sie meinen, Sie haben den deutschen Pass. Aber aus welchem Land kommen Sie? Und woher kommen Ihre Eltern? Und Ihre Großeltern?“
„Ich habe einen deutschen Pass. Ich komme aus dem Sauerland in Westfalen. Ebenso wie auch meine Eltern und meine Großeltern. Nur mein Uropa war kein Deutscher.“
„Aha.“ Der erstaunte Ausdruck im Gesicht meines Gegenübers weicht einem verstehenden Lächeln.
„Mein Uropa war Holländer.“
„Holländer?“ Das Lächeln erlischt so plötzlich, wie es gekommen ist.

Ich bin tatsächlich nicht islamisch vorbelastet. Ich bin in Deutschland geboren, in einer deutschen Kleinstadt aufgewachsen und dort auch zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich an einer deutschen Universität studiert und sogar einen deutschen Hochschulabschluss erworben. Und ich bin Muslima. Irgendwann einmal habe ich mir den Islam als meine Religion gewählt. Ich verwahre in meinem Dokumentenordner neben meinem deutschen Pass, meiner Heiratsurkunde und meinen Zeugnissen auch eine Bescheinigung auf, die besagt, dass ich mich zum Islam bekenne. Seit einigen Jahren trage ich Kopftuch, selbst auf den Passfotos in meinen offiziellen Papieren, bete 5 Mal am Tag und erfülle auch sonst nach bestem Wissen und Gewissen meine religiösen Pflichten. Mein Mann ist Muslim und meine Kinder werden es, so Gott will, auch.

„Sind Sie mit einem Türken verheiratet?“
„Nein, ich bin verheiratet mit einem Ägypter.“
„Ach soooo.“ Das verstehende Lächeln erstrahlt in neuem Glanz, nur um dann wiederum zu verschwinden und einem eher mitleidsvollen Blick Platz zu machen.
„Und jetzt müssen Sie ein Kopftuch tragen, Sie Arme?“

Für mein Gegenüber ist damit die Welt wieder in Ordnung. Mein Fall ist gelöst, die Akte geschlossen. Mein Mann ist die Ursache dafür, dass ich mich zum Islam bekenne. Oder, besser gesagt, bekennen muss. Denn von freier Entscheidung kann bei einer Frau im Zusammenhang mit dem Islam wohl kaum die Rede sein. Deutsche Frauen tendieren eben dazu, dem südländischen Charme zu erliegen. Einmal verheiratet mit einem Ausländer, kommt dann das dicke Ende nach. Jeder weiß doch, dass das Leben der Frau im Islam bestimmt wird vom Mann. Denn im Islam bestimmt der Mann. Kopftuch, Kinder, Prügelstrafe. Schließlich kennt man die Muslime aus Presse- und Fernsehberichten. Man ist informiert. In Deutschland bekennen sich etwa 3% der Bevölkerung zum Islam. Auf der ganzen Welt gibt es fast eine Milliarde Muslime. Und überall sind sie ein Ärgernis. Terroristen, Waffenschieber, Drogenhändler, Kriegsbetreiber. Dass der Islam trotzdem nichts an Anziehungskraft verloren hat, liegt in unglücklichen Umständen begründet.

Deutsche Frauen geraten unter den Einfluss muslimischer Männer. Türken, die in Deutschland leben, besinnen sich auf ihre islamischen Wurzeln, weil sie sich in der deutschen Gesellschaft nicht anerkannt fühlen. Und in der Dritten Welt geht es den Menschen so schlecht, dass sie sich von skrupellosen Fundamentalisten - mangels anderer Alternativen - den Islam als Ansatz zur Problemlösung aufschwatzen lassen.

Menem, ein guter Freund, sagte solchen Menschen immer: „Wenn Sie nur lang genug suchen, werden Sie für jeden einzelnen Muslim auf der Welt einen psychologischen Grund dafür finden, warum er Muslim ist.“ Nun, zumindest sparen sie sich so die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam. Die Rollen des Guten und des Bösen sind seit Jahrhunderten klar verteilt. In der Realität des Zusammenlebens jedoch erweist sich dieses Weltbild oft als trügerisch. Die direkte Konfrontation mit dem Anderen wirft Fragen auf, die wir nicht gerne hören. Sind wirklich die anderen auf dem falschen Weg? Oder sind wir es letztendlich selbst?

Sicher ist, dass wir lernen müssen, miteinander auszukommen. Wir müssen unsere Überheblichkeit ablegen und beginnen, unsere Gegenüber als erwachsene Menschen zu betrachten, die ebenso wie wir im 20. Jahrhundert leben. Wenn wir genau hinsehen, können wir manches voneinander lernen. Lassen Sie sich diese Chance nicht nehmen!


Anmerkung vom mir: Es ist eine sehr schöne Geschichte, die ich nur empfehlen kann zum Lesen.

Quelle: Anja's Buch

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