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Montag, 10. Januar 2011

Zerstört euch nicht durch Kummer

Sa'd war einer meiner Studenten an der Universität. Einmal fehlte er für eine ganze Woche, und als ich ihn traf, fragte ich: „Ich hoffe alles ist in Ordnung, Sa'd?“ „Alles in Ordnung, ich war nur ein wenig beschäftigt“, sagte Sa'd.
Es war aber offensichtlich, dass er bekümmert war. Ich sagte ihm: „Was gibt es Neues?“
Er sagte: „Mein Sohn ist krank, er hat eine geschädigte Leber, und vor ein paar Tagen trat auch noch eine Blutvergiftung auf, und erst gestern hat es mich getroffen zu hören, dass die Vergiftung nun sein Gehirn erreicht hat.“
Ich sagte: „Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allāh! Habe Geduld! Ich bete zu Allāh, dass Er ihn heilt. Und wenn Allāh etwas (d.h. den Tod) für ihn bestimmt, dann bitte ich Allāh ihn zu deinem Fürsprecher am Tage der Auferstehung zu machen.“
Er antwortete: „Fürsprecher? Lieber Shaykh, mein Sohn ist nicht so jung.“ „Wie alt ist er?“, fragte ich. „Siebzehn Jahre alt“, antwortete er.
Ich sagte: „Ich bitte Allāh ihn zu heilen, und seine Brüder zu segnen.“ Er senkte seinen Kopf und sagte: „Lieber Shaykh, er hat keine Brüder. Ich wurde nicht mit mehr Kindern gesegnet, und ihn traf diese Krankheit wie du siehst.“
Seine Situation traf mich, aber ich blieb standhaft und sagte: „Lieber Sa'd, kurzum, zerstöre dich nicht durch Kummer. Nichts wird uns treffen, außer was Allāh bereits bestimmt hat.“ Ich tröstete ihn und ging.
Ja, zerstört euch selbst nicht durch Kummer, denn das wird eure Sorgen nicht erleichtern.
Ich erinnere mich, vor einiger Zeit war ich in al-Madinah al-Nabawiyya und traf mich mit Khalid. Er sagte: „Was würdest du sagen, wenn wir Dr. Abdullah besuchen?“ Ich sagte: „Warum? Was gibt es?“ Er sagte: „Um Beileid auszusprechen.“ „Beileid?“, bemerkte ich überrascht. Er sagte: „Ja, sein ältester Sohn ging mit der gesamten Familie auf eine Hochzeitsfeier in eine nahegelegene Stadt, während er in Madinah blieb, aufgrund seiner Pflichten an der Universität. Auf dem Rückweg hatten sie einen schweren Verkehrsunfall und starben – alle elf!
Der Doktor war ein rechtschaffener Mann, über fünfzig Jahre alt, aber nichtsdestotrotz ein Mensch mit Gefühlen und Emotionen. Er hatte ein Herz in seiner Brust, und zwei tränende Augen, und natürlich eine Seele, die glücklich und traurig wurde. Als er die schreckliche Nachricht hörte, betet er ihr Gebet und begrub sie mit den eigenen Händen, alle elf.
Er begann in seinem Haus verwirrt umherzuwandern. Er ging an Spielsachen vorbei, die dort seit Tagen unberührt lagen, weil Khulud und Sarah, die damit spielten,
gestorben waren. Er kehrte zurück an sein Bett, das nicht gemacht worden war, weil Umm Salih, seine Frau, gestorben war. Er ging an Yasirs Fahrrad vorbei, das seit Tagen nicht bewegt worden war, weil derjenige, der es zu fahren pflegte gestorben war. Er trat in das Zimmer seiner ältesten Tochter, um ihre Hochzeitskoffer vorbereitet und ihre Kleider auf dem Bett liegen zu sehen. Sie war inmitten der Vorbereitung ihres Hochzeitskleides, als sie starb.
Gepriesen sei Der, der ihm Geduld gab und ihn stark machte!
Gäste würden in sein Haus kommen und Kaffee mitbringen, da er niemanden hatte, der ihm helfen konnte etwas für sie vorzubereiten. Das Erstaunliche aber ist, wenn man ihn sah, wie er die Beileidswünsche empfing, würde man denken, dass er derjenige war, der sein Beileid aussprach und Trost gab, und dass derjenige, der diese Tragödie erlitten hatte, jemand anderer war.
Er würde wiederholt sagen: „Wir gehören Allāh und zu Ihm kehren wir zurück. Es gehört Allāh, was immer er nimmt oder gibt. Alles hat eine festgesetzte Zeit bei Allāh.“
Das ist der Gipfel der Intelligenz, denn wenn er sich nicht so verhalten hätte, wäre er vor Kummer gestorben.
Ich kenne jemanden, der immer glücklich ist, wann auch immer ich ihn sehe. Doch betrachtet man seinen Zustand, würde man sehen, dass er einen sehr bescheidenen Beruf hat, in einer sehr kleinen gemieteten Unterkunft lebt, sein Auto sehr alt ist und er viele Kinder hat. Trotzdem lächelt er immer und ist liebevoll. Er liebt sein Leben.
Das ist richtig!
Bringt euch nicht mit Kummer um, und beklagt euch nicht ständig, bis die Leute eurer müde werden. So wie eine Person, dessen Sohn beeinträchtigt ist, und wann immer er dich sieht, beschäftigt er dich mit seinen Beschwerden, „Mein Sohn ist krank… ich fühle mit ihm ….mein armer Sohn…“. Du wirst es bald satt haben und am liebsten schreien: „Genug lieber Bruder! Genug! Ich habe dich verstanden!“
Oder stellt euch eine Frau vor, die ständig zu ihrem Mann sagt: „Unser Haus ist alt… das Auto bricht gleich zusammen… meine Kleider sind aus der Mode gekommen…“. Was nutzt es sich zu beschweren? Es vergrößert nur das Leid.
O armer Mann, du verbringst dein ganzes Leben jammernd und trauernd. Deine Hände bleiben gebunden, du klagst: „Die Zeit ist gegen mich.“
Wenn du die Lasten selbst nicht trägst, wer dann?
Erkenntnis… Lebe dein Leben mit dem, was dir zur Verfügung steht, und du wirst immer glücklich sein.

Quelle: http://1islamischeummah.wordpress.com/

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