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Sonntag, 5. Februar 2012

Samira...ein bitterer Abschied...

Samira... ein bitterer Abschied.....  

Eine Schwester, welche ich jetzt Asma nennen möchte, ließ mir folgende Geschichte zukommen:

Meine Schwester war nicht wie irgendeine Schwester. Sie war fast immer nur am Quranlesen. Wenn du sie gesucht hast, fandest du sie immer in ihrer kleinen Moschee, die sie sich zu Hause eingerichtet hatte.
Dort beschäftigte sie sich am Tage, nachts, ja sogar mitten in der Nacht, wenn sonst alle schliefen mit Gebeten und der Erwähnung Allahs. Ihr wurde es vom Gottesdienst nie langweilig.
Ich aber vertrieb meine Zeit meistens mit Zeitschriftenlesen, Fernsehen oder am Computer. Die meiste Zeit verbrachte ich vor dem Fernseher. Man nannte mich sogar danach. Ich vernachlässigte meine Pflichten und vor allem die Gebete.
Als ich eines Nachts drei Stunden lang ferngesehen hatte und mich zum Schlafen hinlegen wollte, rief mich meine Schwester, die ich jetzt Samira nennen möchte, aus ihrer kleinen Moschee.
Ich fragte sie: „Was willst du?“
Sie sagte in einem scharfen Ton: „Schlaf nicht, bevor du das Morgengebet verrichtest.“
Ich dachte mir: Ach, noch eine Stunde bis zum Fajr(Morgengebet).
So ging es bei uns zu, bis meine Schwester eine schlimme Krankheit bekam. Sie lag nun im Bett und konnte sich kaum mehr bewegen. Eines Nachts rief sie mich zu sich und sagte: „Asma, komm mal bitte und setz dich zu mir.“ Ich konnte ihr keinen Wunsch unerfüllt lassen. Ich spürte immer ihre Liebe und Ehrlichkeit zu mir.
Ich fragte sie: „Wie geht es dir?“
Sie sagte freundlich: „Setz dich…. jede Seele wird den Tod kosten; zu Uns werdet ihr dann zurückgebracht. (29:57).“
Wir schwiegen. Dann sagte sie: „Du glaubst doch an den Tod oder?“ Ich sagte: Ja, ich glaube an den Tod. Sie fuhr fort: „Glaubst du nicht, dass du für jedes Kleine und Große zur Rechenschaft gezogen wirst?“ Ich antwortete: Doch, natürlich, aber Allah ist vergebend und barmherzig und das Leben ist noch lang! Sie sagte: „Oh liebe Schwester, fürchtest du dich nicht vor dem Tod?
Weißt du nicht, dass der Tod meistens unangekündigt kommt? Schau doch mal, Fatima starb an einem Autounfall und sie war jünger als du! Der Tod kennt keine Barmherzigkeit. Das Alter ist kein Maßstab!“
Ich antwortete ihr ängstlich: Das Zimmer ist dunkel und ich fürchte mich ohnehin vor Dunkelheit, jetzt fürchte ich mich noch mehr von dem, was du da sagst. Wie soll ich jetzt schlafen können?
Ich wollte sie vom Thema ablenken und fuhr fort): Bald sind ja die Sommerferien und wir fliegen wie jedes Jahr in den Urlaub. Plötzlich veränderte sich ihre Stimme. Mein Herz zuckte.
„Vielleicht werde ich dieses Jahr weiter wegreisen. Vielleicht Asma … das Leben ist bei Allah geschrieben.“ Ich konnte mich nicht mehr beherrschen und fing an zu weinen…
Ich dachte viel über ihre Krankheit nach und ich bekam mit, dass die Ärzte meinen Vater heimlich mitteilten, dass die Krankheit ihr nicht mehr viel Zeit lassen würde. Hat sie das mitbekommen? Im selben Augenblick sagte sie mir: „Denkst du ich sage dir all das, weil ich krank bin? Nein! Vielleicht werde ich länger leben als manch gesunde Menschen. Aber sag mir, wie lange wirst du leben? 20 Jahre? 40 Jahre? Länger sogar? Aber was kommt danach?“ Ihre Hand strahlte fast im Dunkeln als sie sie bewegte und sagte: „Es gibt keinen Unterschied zwischen uns. Wir alle müssen irgendwann mal gehen und dieses Leben verlassen. Dann werden wir entweder im Paradies oder in der Hölle landen… gute Nacht, Asma. Geh schlafen.“ Ich ging aus ihrem Zimmer und hörte sie noch sagen: „Möge Allah dich rechtleiten, möge Allah dich rechtleiten… vergiss das Gebet nicht, vergiss das Gebet nicht…“
Um 8 Uhr morgens weckte mich heftiges Klopfen an der Tür, Stimmen und Schreie. Was ist denn passiert? Der Zustand meiner Schwester Samira verschlechterte sich und mein Vater ist mit ihr ins Krankenhaus gefahren. Es sieht so aus, dass wir dieses Jahr zu Hause bleiben und nirgendwohin reisen werden. Was für ein Pech.
Nach längerem Warten und erst am Nachmittag rief uns Vater vom Krankenhaus an und sagte uns betrübt, dass wir ins Krankenhaus kommen und Samira besuchen können. Er hörte sich etwas panisch an. Wir stiegen ins Auto, meine Mutter saß neben mir und betete für sie.
Als wir im Krankenhaus ankamen begleitete uns eine Krankenschwester in die Intensivstation. Sie beruhigte uns und teilte uns mit, dass es ihr jetzt besser geht, nachdem sie vom Koma erwacht war. Nur eine Person durfte zu ihr. Ich konnte von einem kleinen Fenster an der Zimmertür aus beobachten, wie mehrere Ärzte um sie standen. Sie schaute zu mir rüber und lächelte mich an. Einige Minuten später kam meine Mutter weinend aus dem Zimmer und gab mir ein Handzeichen, ich könne jetzt reingehen. Ich beugte mich zu ihr und sagte ihr leise: Wie geht es dir, Samira Schwesterherz? Dir ging es gestern gut, was ist passiert? Sie antwortete mir, nachdem sie meine Hand fest drückte und sagte: „Und jetzt –Alhamdulillah- (Allah sei Dank) geht es mir ebenfalls gut.“ Sie zögerte und fuhr fort: „Asma, bete für mich, es kann sein, dass meine Reise ins Jenseits bald beginnen wird. Die Reise wird lang sein und mein Proviant ist knapp…“
Tränen flossen von meinen Augen, nachdem sie das gesagt hatte und ich weinte. Ich bekam ab diesem Zeitpunkt nichts mehr mit. Meine Augen hörten nicht mehr auf zu tränen. Mein Vater sorgte sich sogar mehr um mich als um Samira. Sie waren das nicht gewohnt von mir.
Beim Sonnenuntergang an diesem traurigen Tag war Totenstille in unserem Haus. Meine Cousinen kamen. Die Zeit verging schnell. Viele unserer Bekannten kamen. Ich verstand nur eins: Meine Schwester Samira war tot! Ich konnte nicht erkennen, wer kam und wer ging. Ich weiß auch nicht, was gesagt wurde. Ich konnte mich nicht konzentrieren. Ich wusste nicht mal, wo ich war und was ablief. Ich konnte schließlich nicht mehr weinen. Viele schöne Augenblicke mit meiner Zwillingsschwester verliefen wie ein Film vor meinen Augen. Ich erinnerte mich daran, wie wir uns unsere Ängste und Sorgen erzählten.
Ich erinnerte mich daran, wie oft sie für mich gebetet hatte, dass Allah mich rechtleitet. Ich erinnerte mich daran, wie viele Nächte sie mit Gebet und Gottesdienst verbracht hatte und wie oft sie mir vom Tod und der Abrechnung erzählte.
Dies ist also ihre erste Nacht im Grab… O Allah behandle sie mit Barmherzigkeit und erleuchte ihr Grab.
Dies ist ihr Zimmer, ihre kleine Moschee und dies ist ihr Quran und… der Gebetsteppich und und und … Dies ist ihr rosanes Kleid, welches sie sich für ihre Hochzeit aufheben wollte…
Ich erinnerte mich an sie und an meine verloren gegangenen Tage. Ich weinte und bat Allah, dass er mir verzeiht und bat Allah, dass er meine Schwester Samira im Grabe festigt und sie ins Paradies eingehen lässt …

                                                                                                           Schwester Asma

Wir gehören Allah und zu ihm kehren wir zurück. Möge Allah allen verstorbenen Muslimen verzeihen und sie mit Barmherzigkeit behandeln und möge Allah die Reue unserer Schwester Asma akzeptieren. Amin
Diese Geschichte ist nicht nur zum Lesen da, sondern um wirklich nachzudenken, was nach dem Tod mit einem passiert. Deshalb, liebe Geschwister in Islam, versucht richtig nach dem Islam zu leben, bevor die Zeit kommt, wo der Mensch nicht mehr bereuen und nichts mehr machen kann, als bedauern.
Möge Allah(swt) uns alle rechtleiten und unsere Sünden vergeben
Amin.


Quelle: Einladung zum Islam

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    ich bin neu auf deiner Seite. Hab zufällig deine Adresse bei einer Freundin gefunden.

    Deine Geschichte ist so so so schön. Ich hab so geweint beim lesen.

    Danke dir.... Romeya

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