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Sonntag, 22. September 2013

Gutes Benehmen des Kindes

Was ist gutes Benehmen?
Besteht es darin, der Mutter bei der Hausarbeit zu helfen?
Oder ihr gegenüber nicht die Stimme zu erheben?
Oder dem Vater bei der Arbeit zu helfen?
Oder ist gutes Benehmen ruhig zu sitzen, ohne jemanden zu belästigen?
Oder seine Hausaufgaben rechtzeitig zu erledigen?
Oder ist das gute Benehmen eines dieser Dinge... oder alle gemeinsam?

Die Angelegenheit unterscheidet sich von Haus zu Haus und Familie zu Familie!
Daher, lieber Erziehender, gehört es zu den schwersten pädagogischen Aufgaben, dem schlechten Verhalten unserer Kinder entgegenzuwirken. Jeder von uns hat eine Menge Gefühle hinsichtlich dieses Themas. Mit diesen unterschiedlichen Gefühlen und Ansichten hinsichtlich des schlechten Verhaltens unserer Kinder sollten wir uns folgende Frage stellen: Warum lernt das Kind nicht das gute Benehmen?

Lieber Erziehender, es gibt einige Hauptgründe, die nach Ansicht von Fachleuten die wichtigste Rolle dabei spielen, dass unsere Kinder kein gutes Verhalten erlernen:

1. Ablehnung der Weise, wie man selbst erzogen wurde:

Möglicherweise hast du deine eigene Erziehung betreffend schlechte Erinnerungen. Wurdest du geschlagen? Wurdest du eingesperrt? Hat dein Vater all seine Kinder dafür bestraft, dass eines etwas Schlechtes getan hat?

Dann wirst du dir sicherlich vorgenommen haben, all diese Dinge zu vermeiden, seien sie nun pädagogisch richtig oder falsch. Somit erziehst du deine Kinder nicht nach der Art der Erziehung, mit der dein Vater dich erzogen hat, weil du denkst, dass er euch falsch erzogen hat.

Diese Denkweise ist manchmal richtig, wenn der Erziehende die Fehler seines Vaters erkannt hat und nicht die gleichen Fehler begehen möchte. Allerdings ist es falsch, dass ein Kind einen Fehler begeht und der Vater deshalb nicht reagiert, weil er nicht die Reaktion seines Vaters aufweisen möchte, die dieser damals zeigte.

2. Erziehung nach der falschen Art und Weise der Eltern:

Im Gegensatz zum vorherigen Bild gibt es den Erziehenden, der stolz auf seine Eltern und deren Erziehungsmethode ist. Er wünscht sich, denselben Weg einzuschlagen und hält alles Andere für falsch. Sie im Guten und im Schlechten nachzuahmen ist seiner Meinung nach richtig, weil sie älter sind und mehr Erfahrung haben. So ahmt der Vater die Erziehungsmethode seines Vaters und die Mutter die Erziehungsmethode ihrer Mutter nach, mit all ihren guten und schlechten Seiten.

Es ist eine gute Denkweise, wenn wir von der Erfahrung der Eltern profitieren wollen. Sie aber zum einzigen Angelpunkt zu machen, ist ein Fehler, da sie letztendlich auch nur Menschen sind, die Fehler machen. Und ihren Fehlern zu folgen, ist nicht intelligent.

3. Unterschied zwischen den Formen der Erziehung und den Überzeugungen der Eltern:

Möglicherweise sieht der Vater ein Verhalten als schlecht an, die Mutter aber nicht. Und möglicherweise sieht die Mutter ein Verhalten als schlecht an, der Vater aber nicht. Diese Tatsache ist ein häufiger Grund für Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eltern. Konflikte brechen vor dem Kind zwischen beiden aus, so dass das Kind danach denkt, es sei der Grund für diese Streitigkeiten zwischen seinen Eltern.

4. Reaktionen der Erwachsenen um uns herum, wenn wir versuchen, schlechtem Verhalten entgegenzuwirken:

Komme dieses Verhalten nun von den Großeltern, vom Onkel oder von der Tante: Viele wollen die Meinung und Überzeugung beisteuern, die sie für richtig halten. Möglicherweise haben sie eine gute Absicht, vielleicht sind es Freunde, vielleicht aber auch fremde Leute. Ihre Einmischung hat einen großen Einfluss auf uns und unsere Kinder.

5. Missachtung der Persönlichkeit des Kindes:

Viele Eltern gehen rigoros dabei vor, das schlechte Verhalten ihrer Kinder zu ändern. Sie unterscheiden dabei nicht, ob jemand einen Fehler zum ersten Mal oder ob er ihn zum wiederholten Male begeht. Ob jemand es absichtlich tut oder unabsichtlich. Ob es ein großes Kind ist oder ein kleines. Ob es ein Junge ist oder ein Mädchen. Ob er sich widersetzt oder gehorcht. Daher gehen viele Eltern in all diesen Situationen mit der gleichen strikten Vorgehensweise vor. Dies ist in Wirklichkeit eine große Ungerechtigkeit, was sich dementsprechend auf die Reaktion des Kindes hinsichtlich dessen gewollten Verhaltensänderung auswirkt.

6. Fehlendes Verzeihen in manchen Situationen:

Ein zehn Monate altes Kind freut sich darüber, Dinge vom Stuhl zu werfen. Schnell wird es achtzehn Monate alt und kann seinen Fehler einigermaßen verstehen. Die Eltern müssen daher die passende Zeit für eine Ermahnung finden, damit das Kind zur Befolgung des vorbildlichen Benehmens angespornt wird. Man muss lernen, dem Kind die Dinge zu verzeihen, die es in seinem jungen Alter begeht. Denn zu dieser Zeit versteht es nicht, dass es ein schlechtes Benehmen hat. Man muss in dieser Zeit sehr geduldig mit dem Kind sein und sollte seine Freiheit nicht einschränken, ohne es dabei natürlich zu gefährden.

7. Beachtung der gesellschaftlichen Ansichten:

Jede Gesellschaft folgt Bräuchen und Gewohnheiten. Wenn diese dem Islâm nicht widersprechen, darf auch der Muslim ihnen folgen: „Übe Verzeihung und gebiete das legal Schickliche und meide die Ignoranten!...“ (Sûra 7:199).

In vielen Fällen aber widersprechen die Bräuche, die sich in der Gesellschaft eingebürgert haben, den Gesetzen Allâhs. In einem solchen Fall muss man diesen Brauch zurückweisen und durch etwas ersetzen, was dem Islâm entspricht. Wenn wir uns um die Prägung des Verhaltens unserer Kinder bemühen, finden wir leider viele Dinge, die den Bräuchen unserer Gemeinschaft widersprechen. Ein Beispiel dafür besteht darin, das Kind daran zu gewöhnen, vor dem Eintreten um Erlaubnis zu bitten. Da sagen die Menschen vielleicht: Überfordert das Kind nicht! Das ist doch unwichtig! Es ist doch noch klein!

Richtig ist aber, dass wir uns den schlechten Bräuchen entgegenstellen, unsere Kinder das richtige Verhalten lehren und uns dabei nicht negativ von der Gesellschaft beeinflussen lassen.

8. Wut während der Änderung schlechten Verhaltens:

Ein Fehler, der vielen Eltern unterläuft, besteht darin, dass sie ihren Kindern das richtige Verhalten in einer Sekunde der Wut lehren wollen. Somit wird diese Lektion von Geschrei, bösen Blicken und manchmal sogar Schlägen und Beleidigungen begleitet. All dies erregt im Kind einen Widerwillen gegen dieses gute Verhalten. Daher muss man unbedingt zwischen dem Lehren von gutem Verhalten und der Bestrafung unterscheiden. Strafen sollte man logischerweise sowieso erst, nachdem man gelehrt hat. Das Kind wird bestraft, nachdem es das Richtige gelernt hat und dies trotzdem nicht praktiziert. Es aber für einen Fehler zu bestrafen, den es nicht kennt, ist ungerecht.

Abschließend möchten wir dich, lieber Erziehender, noch auf die Richtung hinweisen, wie man gutes Verhalten erkennt:

Das gute Verhalten besteht im guten Charakter, den Allâh uns in Seinem Offenbarungsbuch anbefiehlt und den unser geliebter Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken uns gelehrt hat. Weiterhin das, was uns unser gesunder Menschenverstand und die richtigen Bräuche und Gewohnheiten vorgeben.

Das gute Verhalten baut nicht auf der Meinung oder Tat eines Menschen oder Volkes auf, es sei denn, sie entspricht den Gesetzen Allâhs und der Sunna des Propheten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Wir möchten, dass unsere Kinder dieses Verhalten praktizieren.


Quelle: Islamweb-Deutsch

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